Neurodermitis

Kennzeichnend für den Patienten ist eine sehr trockene und schuppende Haut mit erhöhtem transepidermalen Wasserverlust und verminderter Talgbildung. Beim Säugling typisch ist der sog. Milchschorf. Im Kindesalter werden die grossen Gelenkbeugen, Handgelenke, Nacken, seitliches Gesicht und Hände betroffen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen sind Gesicht, Hals, oberer Brustbereich, Schultergürtel, Gelenkbeugen und Handrücken vor allem betroffen.

Die Ursachen der Neurodermitis sind unklar, man geht davon aus, dass mehrere Faktoren, wie Hautbeschaffenheit, Stoffwechselstörungen, psychologische, klimatische und immunologische verantwortlich sind. Äussere und innere Provokationsfaktoren spielen für die Auslösung eines Schubs eine grosse Rolle.
Die Erkrankung bildet sich häufig mit zunehmendem Alter zurück oder wird schwächer, die Schübe seltener. Allerdings behalten alle Patienten zeitlebens eine empfindliche Haut.

Definition

Bei der Neurodermitis (Synonyma: atopische Dermatitis, atopisches Ekzem) handelt es sich um eine stark juckende Hautkrankheit, welche genetisch bedingt ist. Mit dem Begriff "Atopie (griechisch: „a“ und „topos“ = am falscher Ort) sind verschiedene allergische Krankheiten (Heuschnupfen, allergisches Asthma, gewisse Formen von Nesselfieber und Nahrungsmittelallergien) verbunden. Die atopische Dermatitis ist eine weltweit verbreitete chronische Hauterkrankung, die in 80 Prozent der Fälle bereits im ersten Lebensjahr auftritt.

Therapeutische Wirkung

Therapeutische Wirkung

Therapie


Die atopische Dermatitis kann nicht kausal geheilt werden, nur die Symptome können durch Therapiemassnahmen gelindert werden. Die Hauptsäulen der Therapie sind:
Linderung des Juckreizes durch geeignete Pflege der trockenen Haut mit rückfettenden und harnstoffhaltigen Cremes, Badeölen und geeigneten Duschölen. Zu häufiges Waschen und Reinigen der Haut ist nicht angebracht und kann den Hautzustand verschlechtern. Es sollte nur reines Wasser (nicht zu heiss) und rückfettende Syndets verwendet werden. Alkalihaltige Seifen sind nicht zu empfehlen. Gleichzeitig sollten Provokationsfaktoren (Allergene, Reizstoffe, Infekte, psychische Belastung) eliminiert werden. Ziel ist es die Barrierefunktion der Haut zu stärken und die Hautfeuchtigkeit zu regulieren.

Kleidung und Nahrung


Die Erfahrung zeigt, dass Kleidungsstücke aus Wolle und synthetischem Material sich sehr ungünstig auswirken, insbesondere bei Kindern sollten diese Materialien unbedingt vermieden werden. Häufig wird auch beobachtet, dass gerade Kinder und Säuglinge auf bestimmte Nahrungsmittel mit einer Verstärkung der Neurodermitis reagieren, genannt werden tierisches Eiweiss, Weizenmehl, Fruchtsäuren, Zucker und einige Gemüsearten.

Klima


Besonders in den Übergangszeiten (Frühjahr, Herbst) tritt die Neurodermitis bevorzugt und in starken Schüben in Erscheinung. Überraschende Erfolge bringt häufig ein Klimawechsel, geeignet ist ein Höhenklima (über 1'000 m) oder aber das Meeresklima. Starkes Schwitzen sollte unbedingt vermieden werden, da durch den Schweiss die Hauterscheinungen verschlechtert werden.

Psychische Faktoren


Stresserlebnisse führen bei Neurodermitikern oft zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes oder aber zu neuen Krankheitsschüben. Zusätzlich verschlimmernd wirkt, dass Neurodermitiker offensichtlich häufiger eine verminderte Fähigkeit zur Stressbewältigung aufweisen. Die bessere Verarbeitung dieser Stresssituation sollte der Patient – gegebenenfalls mit Hilfe des Arztes – trainieren.

  • Antiinflammatorische, antiinfektöse, antiallergische Therapie, falls alleinige Hautpflege nicht reicht (Steroide, Antibiotika, Antihistaminika).
  • Immunmodulatoren als Alternative zu Steroiden.
  • Bei schwersten Fällen systemische Therapie mit einem Immunsuppressivum.
Inhaltsstoffe nach INCI

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